Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Seine Kühe überlässt Don Antonio Vindell fast vollständig sich selbst. „Wir melken nur“, sagt er. Für die Gesundheit der Tiere wird nur das Nötigste gemacht. „Sie ernähren sich selbst und pflanzen sich natürlich fort.“ 16 Kühe wurden an diesem Tag auf seinem Hof gemolken, sie haben insgesamt 30 Liter Milch gegeben. So viel wie eine einzelne Milchkuh in Deutschland.

16 Kühe gemolken – 5 Euro Einnahmen am Tag

Bei den Kühen von Don Antonio stehen die einzelnen Rippen unter dem Fell hervor, die Euter sind klein. Für die Milch bekommt er rund 15 Cent in der Regenzeit, in der Trockenzeit das Doppelte. Also 5 Euro am Tag, wenn der Preis hoch ist. Meistens verkauft er seine Milch an einen Mann im Dorf, der daraus Käse macht und den in der Gegend verkauft.

Die Kühe seien aber auch keine reinen Milchkühe: „Für die Milchproduktion sind sie in Ordnung, aber das Fleisch ist auch gut.“

Allerdings wurde der Preis, den die Schlachthöfe für Rinder zahlen mit der globalen Wirtschaftskrise halbiert. „Wir spüren jetzt, dass die Fleischexporte zurück gegangen sind“, sagt Antonio. „Wenn die Preise so abstürzen, dann wissen wir nicht, wie wir unsere Kosten decken sollten.“ Aber im Moment beziehen die großen Schlachthöfe, die den Handel kontrollieren, die Rinder vor allem von den Großhändlern.

Veraltete Viehhaltung

„Unsere Viehhaltung ist ein wenig veraltet“, sagt Antonio. Im Schnitt steht auf einem Hektar Weidefläche eine Kuh. Mit Kraftfutter oder Silage wird kaum gearbeitet. Deswegen will Don Antonio nun eine kleine Fabrik für Kraftfutter im Dorf aufbauen.

Verglichen mit dem Ackerbau, hält Don Antonio die Rinderzucht für rentabeler, zumindest, wenn die Preise für die Schlachtrinder wieder steigen: „Ich denke, dass die Preise wieder hoch gehen, wenn die weltweite Krise vorbei ist.“

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