Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Überlandbus im Norden Nicaraguas

„Das Ticket habe ich noch als Erinnerung, es wird mich das Haus kosten“, sagt Doña Sofia (Name geändert). Sie ist Ende 30 und hat ein strahlendes Lachen. Sie lacht auch, wenn sie Dinge erzählt, die sie nicht lustig findet. Und manchmal weint sie kurz darauf. Sofia hat versucht, was viele Frauen im Norden von Nicaragua machen: Sie ging zum Arbeiten nach Spanien. Einen Monat hat sie es dort ausgehalten, jetzt ist sie wieder in der kleinen Stadt im Norden von Nicaragua.

„Hier gibt es kaum Arbeit, und das bisschen, was sie bezahlen, das reicht nicht. Das sind vielleicht 100 Dollar im Monat.“ In Spanien – so war ihr Traum – würde sie das Zehnfache verdienen, könnte Geld an ihren Mann und die beiden Töchter schicken. Viele Menschen in Nicaragua versuchen ihren Lebensunterhalt im Ausland zu verdienen. Die Frauen gehen nach Spanien, die Männer arbeiten auf den Feldern bei Nicaraguas Nachbarn.

Frauen gehen nach Europa – fast alle nach Spanien

Im Norden Spaniens angekommen traf Sofia ihre Schwägerin, die dort schon ein Zimmer hatte. „Am nächsten Tag hat sie mir gesagt, dass es im Moment keine Arbeit gibt.“ Die Schwägerin schlug ihr vor, sich zu prostituieren. „Ich habe gesagt das kann ich nicht machen, ich bin verheiratet.“ Die Schwägerin habe geantwortet, man müsse sich den Lebensunterhalt eben verdienen. Die meisten der Frauen aus Nicaragua, die in Spanien arbeiten, prostituieren sich nachts, sagt Sofia. „Zumindest die, die ich getroffen habe.“

Sofia hat doch eine andere Arbeit gefunden. Sie hat als Altenpflegerin gearbeitet. Sie wohnte im Appartement des Mannes, den sie betreute. Monatslohn 900 Euro. „Und dann

wollte er mich auch für Sex bezahlen“, sagt sie. Als sie abgelehnt habe, habe er gedroht sie abschieben zu lassen. Da ist sie gegangen. „Ich hatte aber nicht den ganzen Monat gearbeitet, darum hat er mich dann auch nicht bezahlt.“ Angezeigt hat sie den Mann nicht. „Du kannst nicht zur Polizei gehen, weil du ja illegal da bist.“

„Ich habe mich nicht missbrauchen lassen“

Landschaft Somoto

Anders als geplant, hat sie den Rückflug auf ihrem Ticket nach einem Monat genutzt. „Ich habe mich nicht missbrauchen lassen“, sagt sie. Als sie wieder in Nicaragua war, hatte sie Depressionen. Ihrem Mann hat sie erzählt, was passiert ist. Ihren Nachbarinnen erzählt sie die Geschichte aber nicht.

Den Trip hat eine Frau aus ihrer Heimatstadt organisiert, die habe schon mehrere hundert Frauen nach Europa geschickt. Eine Schlepperin? „Hier sagt man Tramitadora“, antwortet Sofia. Tramitadora bedeutet so viel wie Vermittlerin, es klingt sehr amtlich. „Wenn man diesen Vertrag macht, dann überlässt man

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ihr den Besitztitel vom Haus bei einem Anwalt“, erläutert Sofia. Auch sie hat diesen Vertrag unterschrieben.

4000 Dollar für die „Vermittlerin“

Der Preis für den Trip: 4.000 US-Dollar. Knapp die Hälfte hat sie bereits gezahlt. „Sie hat mir gesagt ich soll noch mal fliegen, damit ich den Rest bezahlen kann.“ Doch sie wird nicht noch einmal gehen. Ihr Mann hat einen Job. Von dem Gehalt zwacken sie jeden Monat 100 US-Dollar ab, um die Schulden zu bezahlen.

Die Kinder der Migranten

Fatima

„Meine Mutter ist eine tolle Mutter.“ Aber sie ist nicht da. Fatima Yamali und vier ihrer acht Geschwister leben alleine in Somoto, ihre Mutter arbeitet in Costa Rica. Alle sechs Monate kommt die Mutter sie besuchen. Fatima ist 20 Jahre alt, kümmert sich um die kleineren Geschwister in Nicaragua. Ab und zu bittet sie ihre Mutter doch wieder nach Hause zu kommen, aber dann kommt das Argument, das so viele Menschen in die Migration treibt – und sie dort auch hält: In Nicaragua würde die Mutter, falls sie eine Arbeit findet, etwa 50 US-Dollar verdienen, in Costa Rica bekommt sie 480 US-Dollar, und kann in einem zweiten Job noch etwas dazu verdienen.

„Ich glaube nicht, dass uns das viel weiter bringt. Das ist nicht genug, um reich zu werden, aber es reicht eben, um uns zu ernähren“, sagt Fatima. Die Kinder können die Schule besuchen, Fatima kann zum Boxen und zum Tanzen gehen.

Costa Rica ist nicht das pralle Leben“ – zumindest nicht für die Migranten aus Nicaragua

Die junge Frau spricht schnell und lacht viel. Ihre lockigen, dunklen Haare hat sie mit einem Tuch zusammen gebunden. Abends moderiert sie eine Sendung im lokalen Radio, zusammen mit einer Freundin geht es dann um Musik und den neusten Dorfklatsch – Besucher und Anrufer sind jederzeit willkommen. Ein Fan hat an die Wand des Radios geschrieben: „Fatima Yamaly Sierra – meine Liebe!“ Manchmal geht es im Radio auch um das Thema Migration, dann warnt Fatima ihre jungen Hörer: „Wer noch zur Schule geht, sollte auf keinen Fall auswandern, den Rückstand holt man nicht wieder auf.“

Mit 17 Jahren hat Fatima auch eine Zeit in Costa Rica bei ihrer Mutter gelebt. Der nationale Werbeslogan von Nicaraguas reichem Nachbarn: „Pura Vida“, das pure Leben. „Aber es ist nicht das pralle Leben dort, ich habe mich nicht wohl gefühlt“, sagt Fatima. Wegen ihres Akzents und wegen ihrer dunkleren Hautfarbe sei sie häufig verspottet worden. Sie arbeitete als Kindermädchen und als Kellnerin in einer Pizzeria.

In Costa Rica ist ihr vor allem klar geworden, wie hart ihre Mutter arbeitet, um Geld an ihre Kinder zu schicken. „Meine Mutter ist Zimmermädchen in einem Hotel, das ist schon anstrengend. Außerdem arbeitet sie als Masseurin. Sie hat sich immer geopfert, um uns Geld zu schicken. Aber manchmal haben wir gar nicht gemerkt, woher das Geld kommt. Da steckt viel Schweiß in dem Geld.“ Ihre Mutter hatte keinen freien Tag: „Ich bewundere meine Mutter sehr. Sie hat uns nie im Stich gelassen.“

Tourismus in der Schlucht von Somoto: Einige Jugendliche finden als Touristenguide Arbeit.

Die Männer auf den Feldern

Die Männer in Nicaragua gehen in der Regel nicht nach Europa sondern in die Nachbarländer. Besonders, wenn auf den Äckern

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in Nicaragua nichts zu ernten ist, ziehen die Männer los, um auf den Feldern der Nachbarn Geld zu verdienen. In Costa Rica, Honduras oder El Salvador suchen sie sich Jobs als Tagelöhner, einige auf Baustellen, aber die meisten ernten Melonen, Bananen oder andere Früchte auf Plantagen. Vieles davon ist für den europäischen und US-amerikanischen Markt bestimmt. Vor allem wenn der Regen ausbleibt, versuchen viele Männer ihren Lebensunterhalt so zu verdienen.

10 Prozent ausgewandert

Der Entwicklungsbeauftragte des Landkreises Totogalpa schätzt, dass bereits 10 Prozent der Menschen in der Region diesen Schritt gegangen sind. Darin sieht er jedoch auch eine Chance, denn viele schicken Geld. Einige gründen damit kleine Geschäfte, die meisten bauen Häuser.

Misael Senteno hat sich dagegen entschieden: „Ich hab drüber nachgedacht, als ich 18 war, in Costa Rica verdient man einfach besser. Hier gibt es viele gut ausgebildete Menschen, die keine

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Arbeit finden. Mittlerweile gibt es sogar Lehrer, die auf den Feldern in Costa Rica arbeiten.“ Misael ist in einem kleinen Dorf aufgewachsen, nach der Grundschule hat er angefangen seinem Vater auf dem Feld zu helfen. „Ich habe hart auf dem Feld gearbeitet, um unsere Familie zu ernähren.“ Fast überall auf dem Land in Nicaragua ist die weiterführende Schule eine Wochenendschule, weil die Kinder auf dem Hof helfen müssen.

Können die Menschen von der Arbeit auf ihrem Land leben?

Misael machte eine spezielle Ausbildung in einem Zentrum für alternative

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ländliche Bildung. Die Idee des Programms: Die Kinder, die ihren Eltern auf dem Feld helfen, werden praxisnah in landwirtschaftlichen, ökologischen Anbaumethoden geschult. „Die Bildung ist ein Teil der Entwicklung auf dem Land“, sagt Rosaria Caceres, die Direktorin des Zentrums. Sie sollen in der Lage sein, ihre Situation in ihrer Gemeinde zu

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verbessern. „Wenn die Jugendlichen keine Perspektiven haben, dann gehen sie entweder als Tagelöhner nach Costa Rica oder sie schließen sich den Jugendbanden an.“ Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst neben den technischen Themen – Bodenpflege, Pflanzenschutz, Umweltschutz, organische Produktion – auch Vermarktung und Verwaltung. „Die größte Herausforderung für die Jugendlichen ist, von der Arbeit auf ihrem Land leben zu können.“

Dürre in Totogalpa – Trockenheit ist ein Hauptgrund für die Auswanderung

Misael und einige andere Jugendliche haben sich zu einer Initiative zusammen geschlossen. „Asociación de jóvenes aspirantes a un mejor futuro“ und dieser Name ist ihr Programm: Verein von Jugendlichen, die nach einer besseren Zukunft streben. „Wir haben versucht, alternative Geschäftsmodelle zu finden“, sagt der 20-jährige Misael, er ist der Vorsitzende. Statt Mais und Bohnen, produzieren sie Honig, Kaffee, Paprika und Tomatensoße. Mittlerweile beschäftigen die Jugendlichen sogar ihre Eltern in drei kleinen Betrieben.

Honig mit Strichcode

Misael konzentriert sich auf die Produktion von Honig. Ökologische Produktion, ein Gesundheitszertifikat und ein Strichcode, so können sie den Honig besser anbieten. „Wir haben eine Marke und alles, was man braucht. Wir produzieren sehr gute Qualität, die beste in der Region.“ Allerdings müsste die Produktionsmenge bald steigen, denn im Moment übersteigt die Nachfrage deutlich ihre Kapazitäten: „Ein Supermarkt aus Managua wollte 1.000 Gläser Honig im Monat haben, aber das können wir noch nicht liefern.“ Von seinen Einnahmen finanziert Misael sich ein Wochenendstudium zum Agraringenieur. „Ich frag mich auch oft, was ohne diese Ausbildung gewesen wäre. Vielleicht würde ich mich jetzt als Tagelöhner mit der Machete verdingen.“

Nach seinem Abschluss will er aber keine Anstellung bei einer gut zahlenden Nichtregierungsorganisation. „Ich will, dass aus unserer kleinen Firma eine richtige Kooperative wird, mit der wir unsere Familien gut ernähren können. Wir sind 200 Produzenten, und wenn wir die Familien alle gut ernähren können, dann muss niemand weg gehen, um seine Arbeitskraft zu verkaufen, sondern sie können von ihrem eigenen Land leben.“

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