Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich also schon mit der Situation der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon: Rund 400.000 Flüchtlinge leben hier im Libanon – ein Großteil lebt in den 12 Flüchtlingslagern, die es im ganzen Land gibt. Es gibt aber auch „illegale Siedlungen“ – die Palästinenser, die dort leben werden nicht von dem UN Flüchtlingshilfswerk für Palästinenser (UNRWA) unterstützt. Aber selbst die, die unterstützt werden, haben es wirklich schwer. Sie dürfen nur in ausgewählten Berufen tätig sein, haben kein Anrecht auf Versicherungsschutz und bekommen in vielen, vielen Fällen weniger Gehalt als ein gleichqualifizierter Libanese. Mal abgesehen davon, dass ein Palästinenser hier keine Immobilie oder gar Land kaufen darf – man wolle damit vermeiden, dass sie sich hier niederlassen. Schließlich sollen sie ja alle irgendwann mal zurück in ihre Heimat? Nur wann wird das sein? Und wo ist ihre Heimat? Ist sie im heutigen Israel oder im Gazastreifen oder im Westjordanland? Sieht hier irgendjeman Bewegung in dem großen Konflikt in der Region?

Ihre Familien kommen fast immer aus der Gegend um Jaffa oder Haifa. Dort werden sie bestimmt nicht hin können. Da frage ich mich, ob man den Menschen in der Zwischenzeit nicht ihre Würde lässt…sie ein bisschen atmen lässt, ihnen Menschenrechte gibt. Die Flüchtlingslager sind alle so überbevölkert, dass die Häuser in die Höhe gehen und die Straßen immer enger. In einigen Jahren wird es in einem Flüchtlingslager wie dem „Burj el Barajne“ kein Tageslicht mehr geben. Aber am allerschlimmsten: Die Jugend sieht kein Licht am Ende des Tunnels…

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