Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Irgendwie ist es schon kurios: mal gehen die Lampen am hellichten Tage an, mal einfach wieder aus. Angkame, der mich seit meiner Ankunft im schamanischen Institut (Shamanistic Studies and Research Centre) betreut, meinte zu mir, dass die Regierung einen Zeitplan herausgibt, wann der Strom in Nepal fliesst und wann er abgestellt wird. Das sei fuer die Wirtschaft in Nepal natuerlich toedlich. Kein produzierendes Gewerbe oder sonstiges Unternehmen kann besonders gut arbeiten, wenn kein Strom vorhanden ist. Durch solch ein Verhalten koenne die nepalesische Wirtschaft nie richtig in Schwung kommen. Die Menschen hier sind diesem Verhalten hilflos ausgeliefert. Angkame vermutet uebrigens, dass die Regierung den Strom nach Indien verkauft. Er wissen nicht, ob das der absoluten Wahrheit entspreche, zumindest gebe es das Geruecht. Indien wiederum nutzt die Situation so aus, indem sie elektronische Geraete nach Nepal verkaufen, mit denen man fehlenden Strom ersetzen kann: leistungsstarke Batterien (die wie Autobatterien aussehen), Taschenlampen, etc.

ganz links: Schamanin Parvati, rechts: Angkame

ganz links: Schamanin Parvati, rechts: Angkame

Besonders krass finde ich, dass der Strom nachts abgestellt wird. Dann ist es ueberall wirklich stockdunkel und jeder greift auf irgendwelche Lichtquellen zurueck, die nicht am Strom haengen muessen.

So bahne ich mir eben jeden Abend mit Hilfe eines Headlights meinen Weg ins Badezimmer und gehe anschliessend bei Kerzenschein ins Bett. Fast schon wieder romantisch…

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