Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Drei Tage sind wir jetzt weg gewesen und haben in einem buddhistischen Kloster gewohnt. Dort leben nur Frauen und Jungs (bis zum ca. elften Lebensjahr), die ihr Leben ebenfalls dem Buddhismus widmen wollen. Ich war vom Umgang der Nonnen und jungen Moenche mit uns aber auch untereinander total beeindruckt: die haben so viel Spass – egal, was sie gerade machen. Religion kenne ich bislang nur in der Form, dass alles sehr ernst genommen wird, alles sehr strickt ausgefuehrt werden muss und man zum Lachen besser mal eben schnell im Keller verschwindet. In dem Kloster war das ueberhaupt nicht der Fall. Ich habe Nonnen aus der ganzen Welt kennengelernt, die jetzt nur noch als Buddhisten bzw. Buddhistinnen leben wollen. Frauen aus Amerika und Australien und natuerlich aus Nepal. Einige von ihnen waren schon mal verheiratet oder haben sogar Kinder. Und es gibt dort auffallend viele junge Nonnen.

Nonnen, Klostergaeste und ein Moench

Nonnen, Klostergaeste und ein Moench

Ich sass eines Nachmittags im Gebetshaus, in dem man uebrigens keine Fotos machen darf, was sehr schade ist, denn die Buddhastatuen sind einfach ueberwaeltigend schoen und beeindruckend gross. Die Frauen sassen da, beteten und sangen. Zwischen den einzelnen Liedern und Gebeten gab es eine kurze Pause und was ich da erlebte, war fuer mich fast unglaublich: es wurde getuschelt, leise gelacht, zwischendurch gingen zwei Maedchen fegend durch den Raum, jemand anderes ging mit einem Eimer frischen Wasser durch die betenden Reihen durch – so was habe ich in unseren Kirchen noch nie erlebt. Hier wurde gebetet mit solch einem Spass und mit solch einer Leichtigkeit, dass ich gar nicht anders konnte, als mich davon sofort anstecken zu lassen. Die Nonnen schienen alle sehr viel Spass an ihrem Leben und ihrem Nonnen-Dasein zu haben. Oder anders gesagt: obwohl sie in einem Kloster noerdlich der Hauptstadt Kathmandu abgeschieden in einem Naturschutzgebiet leben hatte ich den Eindruck, dass sie alle mitten IM Leben stehen. Wir haben mit vielen der Nonnen und einigen Gaesten des Klosters zu Abend gegessen und es war, als waeren wir alles Bekannte. Keine Spur von Weltfremdheit, Zurueckhaltung oder gar Beruehrungsaengsten – es war sehr, sehr angenehm und auch lustig. Eines ist mir waehrend unseres kurzen Aufenthaltes im Kloster auch noch aufgefallen: die Gesichter haben alle gestrahlt. Eine Beobachtung, die ich in diesen Tagen in Nepal des Oefteren mache. Scheint, als seien viele der Menschen hier lebensfroher als in unserer westlichen Welt. Und das, obwohl sie weitaus weniger als wir haben.

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