Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Vieles von dem was in Deutschland wie selbstverständlich vertraglich und mit einer Einzugsermächtigung geregelt ist, gibt es in Ghana nur Pre-Paid. Handy und Internet, Wasser oder Strom. Für alles zahlt man voraus, das aber ganz einfach – und unbürokratisch. Gleich an meinem zweiten Tag bin ich mit dem Tro-tro – dem hiesigen Linien-Kleinbus – für 30 Pesuas,etwa 15 Cent, in die Mall gefahren. Zwischen Apple-Store und Birkenstock-Fachhändler liegen die Telefonshops. Dort bekomme ich gegen Vorlage des Reisepasses für zwei Cedi, umgerechnet etwa 95 Cent, die SIM-Karte von Vodafone, Tigo, datalink, Glo oder wie sie alle heißen. Noch 20 Cedi Guthaben dazu, fertig. Den Dongel für das mobile Internet für 40 Cedi nehme ich auch gleich mit, 3 GB Datenvolumen inklusive. Keine Rechnung, keine Unterschrift, kein Papierkram, nach 20 Minuten bin ich wieder raus. Im ganzen Land gibt es nahezu flächendeckend Handy-Netz und 3G-Internet. Dafür regelmäßig aber keinen Strom oder kein Wasser. Und wenn das Guthaben beim Kochen zu Ende geht, ist auch doof. Da denke ich dann doch ganz gerne an Lieferverträge für Energie und Wasser. Moment: Einen Vorteil haben Pre-Paid-Handys in Afrika aber doch – Überweisungen und Rechnungen bezahlen. Man überträgt per SMS ganz einfach Guthaben und der Empfänger lässt es sich im Shop auszahlen. Denn wer Handy-Guthaben verkauft, nimmt es auch wieder an.

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