Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Angekommen! Seit einer Woche bin ich Mexikaner – zumindest vorübergehend. Worüber sollte ich in meinem ersten Blogeintrag vom amerikanischen Kontinent berichten? Es hat ungefähr drei Sekunden gedauert, bis ich das passende Thema hatte: das Essen!

Vor knapp zwei Jahren war ich das erste Mal hier. Mit dem, was ich damals gegessen und allem, was ich bereits in dieser Woche verschlungen habe, kann ich an dieser Stelle ein erstes Bild der mexikanischen Küche zeichnen. Natürlich ist es unmöglich, die gesamte mexikanische Küche mit großen regionalen Unterschieden in dieser kurzen Zeit umfassend darzustellen, daher ist folgende Beschreibung nur ein erster subjektiver Eindruck.

Wenn ich die Essensgewohnheiten hierzulande in einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen: Viel Fleisch, viele Bohnen, oft Mais, eigentlich immer Tortillas als Beilage, selten Besteck, unschlagbar günstig und ganz anders im Geschmack als die Gerichte „mexikanischer“ Mainstreamlokale in Deutschland. War das ein Satz? Egal, der Inhalt sollte rübergekommen sein…

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Das Frühstück ist alles andere als ein leichter Start in den Tag. Bohnen und Fleisch oder auch Tacos sollen bereits am Morgen die nötige Energie liefern. Wie bei allen Mahlzeiten werden auch beim Frühstück die allgegenwärtigen Tortillas als essbares Besteck verwendet. Mexikanische Tortillas sind – anders als das gleichnamige Kartoffelomelette in Spanien – dünne Fladen aus Mais- oder Weizenmehl mit einem Durchmesser zwischen zehn und zwanzig Zentimetern. Sie müssen warm serviert werden, kalt werden sie meist nicht mehr gegessen. Zum Essen gibt es verschiedene Methoden: Manchmal werden sie befüllt und eingerollt, meist aber in Stücke gerissen, mit denen Fleisch und Bohnen vom Teller gegriffen und zusammen mit der Tortilla in den Mund gesteckt werden.

An Essensständen auf der Straße kann man sich für umgerechnet weniger als einen Euro satt essen. Aber auch in Restaurants kosten die Gerichte deutlich weniger als in anderen lateinamerikanischen Ländern, wie zum Beispiel Argentinien oder Chile.

Entgegen dem allgemeinen Vorurteil wird das Essen in Mexiko nur selten scharf serviert. Stattdessen kann jeder Gast selber mit verschiedenen Chilisoßen nachwürzen.

Desillusioniert wurde ich in Bezug auf Nahrungsmittel, die ich bis zu meiner ersten Mexikoreise für typisch deutsch hielt: Radieschen und Rote Beete gehören genauso zur mexikanischen Küche wie Milchreis und – wer hätte das gedacht – Maggi-Würze.

Kurz gesagt: Das Essen in Mexiko schmeckt gut. Aber auch hier ist lecker nicht unbedingt gesund: Die Mexikaner sind eines der dicksten Völker der Welt.

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