Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Saul-FlughafenSaül ist wohl einer der kleinsten Flughäfen, die ich je gesehen habe. Die Boardkarten werden hier noch mit der Hand ausgefüllt. Und der einzige Mensch, der sich ums Gepäck kümmert sieht sogar, wenn da ein Schuh am Rucksack fehlt.

Saül ist ein Ort mit etwa hundert Einwohnern, mitten im Herzen von Guyana. Das bedeutet mitten im Dschungel. Über Straßen ist das Dorf nicht zu erreichen. Entweder man läuft etwa zwei bis drei Wochen durch den Wald oder man fliegt.

Saül erholt sich gerade vom schlechten Image, dass ihm die illegalen Goldsucher eingebrockt haben. Noch bis vor einigen Jahren lagen rings um den Ort viele illegale Goldminen. Die Arbeiter kamen dann in den kleinen Ort und brachten die Malaria mit. Zeitweise waren hier fast 80 Prozent der Dorfbewohner krank. Mit Hilfe der Gendarmerie und der Fremdenlegion wurden die illegalen Minen in Dorfnähe geräumt. Seit zwei Jahren ist das Dorf  wieder Malaria-frei. Die Touristen kommen jetzt wieder.

Durchschnittlich kommen fünf Touristen pro Tag nach Saül, erzählt mir Justin, der hier geboren ist. Die meisten Touristen schlafen in Hängematten. Im Flughafen gibt es nicht viele Schilder, aber das größte weißt hier darauf hin, dass Campen und Hängematten-aufhängen im Terminal verboten ist. Es lässt auch erahnen, dass hier nicht so viele Flugzeuge landen, die das Übernachten unmöglich machen würden.

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