Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Es ist soweit. In wenigen Stunden werde ich in das Flugzeug einsteigen, das mich nach fünf Monaten Mexiko zurück nach Deutschland bringt. Ich könnte jetzt an dieser Stelle die typischen Abschiedssätze schreiben, zum Beispiel: „Nee, wat is die Zeit schnell vergangen“, oder „Die Erfahrungen dieser Monate werden mich mein Leben lang begleiten.“

Anstatt übertrieben emotional zu werden, nutze ich diesen abschließenden Blogeintrag lieber dazu, all denjenigen Tipps zu geben, die Lust haben, dieses spannende Land und seine sehenswerte Hauptstadt kennenzulernen. Viel Spaß bei den zehn Dingen, die jeder Besucher in Mexiko-Stadt erleben sollte:

1. Der gigantische Stadtwald Bosque de Chapultepec ist mindestens einen Ausflug wert. Neben dem riesigen und absolut sehenswerten Museo de Antropologia kann man mit einem Bummelzug durch den Park fahren und kommt dabei auch am Wohnsitz des mexikanischen Präsidenten vorbei. Besonders toll ist die Aussicht über Wald und Megastadt, die man vom hochgelegenen Schloss Castillo de Chapultepec hat.

blick vom schloss

2. Anstatt in Touri-Restaurants zu speisen, kann man im Mercado San Juan (Metrostation Salto del Agua) essen wie die Mexikaner – sehr lecker und zu unschlagbaren Preisen. Ein Mittagsmenü aus drei bis vier Gängen inklusive Getränk kostet umgerechnet weniger als drei Euro. Und wenn man hinterher noch Platz dafür hat, empfehle ich einen frisch gepressten Saft an einem der zahlreichen Fruchtstände. Mein Favorit: Ananas-Orange, der Liter für umgerechnet weniger als zwei Euro.

3. Der Zócalo ist einer der größten innerstädtischen Plätze der Welt. Das gesamte historische Zentrum ist UNESCO-Weltkulturerbe. Vor Ort sollte man auf jeden Fall auch den Nationalpalast besuchen, in dem Diego Rivera (Frida Kahlos Ehemann) die Geschichte Mexikos in einem eindrucksvollen Wandgemälde festhielt.

4. Wer sich ein wenig mit der Geschichte Mexikos beschäftigt, erfährt, dass vor der spanischen Eroberung an selber Stelle die Aztekenhauptstadt Tenochtitlán lag. Im sumpfigen von Vulkangebirgen umgebenen Tal von Mexiko gab es in der präkolumbianischen Metropole viele Kanäle. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Nur im Süden der Hauptstadt, im Stadtteil Xochimilco locken auch heute noch die Schwimmenden Gärten Touristen an. Eine Fahrt mit den typisch bunten Ausflugsbooten macht Spaß; man sollte jedoch über den Preis verhandeln, um nicht über den Tisch gezogen zu werden.

xochimilco

5. Ein Pflichttermin für jeden Mexiko-Besucher sind die Sonntage, an denen der Paseo de la Reforma und andere Hauptverkehrsadern für den motorisierten Verkehr gesperrt sind. Wer seinen Reisepass als Pfand abgibt, bekommt an vielen Ständen kostenlos ein Rad geliehen.

6. Auch wenn die typisch mexikanische Mariachimusik eigentlich aus dem Bundesstaat Jalisco stammt, so gibt es auch in der Hauptstadt die traditionell gekleideten Gruppen. Vor allem auf der sehr touristischen Plaza Garibaldi spielen die Mariachis gegen Bezahlung direkt am Tisch auf einer der Terrassen. Stilecht sollte man dabei einen Tequila oder eine Michelada trinken.

7. Auch das Nachtleben von Mexiko-Stadt hat einiges zu bieten. In den Ausgehvierteln Zona Rosa und Condesa brauchen Touristen keine Angst vor kriminellen Übergriffen haben – solange sie ihr Taxi telefonisch bestellen und nicht ins nächstbeste Fahrzeug einsteigen.

8. Das Museo Soumaya im Stadtteil Polanco hat erst vor wenigen Jahren seine Pforten geöffnet. Carlos Slim, mexikanischer Telekommunikationsunternehmer und aktuell reichster Mann der Welt, hat das Museum seiner verstorbenen Ehefrau gewidmet und es daher nach ihr benannt. Ein moderner sechsstöckiger Metallbau beinhaltet sehenswerte Kunst aus aller Welt, darunter viele Werke europäischer Künstler, u.a. Picasso, Dalí, Miró und Rodin. Der Eintritt ist frei.

museo soumaya

9. Die Alameda Central ist ein sehr schöner, kleiner Park direkt neben dem Palacio de Bellas Artes. Seit einer Runderneuerung, bei der die ambulanten Händler auf die umliegenden Gebiete verdrängt wurden, strahlt die Alameda in voller Pracht. Egal ob tagsüber für eine Joggingrunde oder abends, wenn die zahlreichen Brunnen und Wasserspiele bunt beleuchtet werden – sie ist immer einen Besuch wert.

10. Auch wenn man im Urlaub vielleicht nicht so viel Lust auf Arbeit oder Uni hat, sollte man einen Besuch der Universitätsstadt Ciudad Universitaria einplanen. Das riesige Areal wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert in ein mit Vulkanstein bedecktes Brachland gehauen. Viele Gebäude, wie das Olympiastadion von 1968, sind daher aus Vulkanstein erbaut worden. Heute spielen die Pumas, einer der wichtigsten Fußballvereine des Landes, in dem Stadion. Gebäude wie die Zentralbibliothek (s. Foto) oder das Rektorat erzählen auf ihren Fassaden die Geschichte des Landes. Seit 2007 ist die gesamte Ciudad Universitaria UNESCO-Weltkulturerbe. Ab der Metrohaltestelle Universidad fahren Busse über das Campusgelände. Selbst die besten Geher sollten nicht versuchen, das riesige Areal zu Fuß zu erkunden…

ciudad universitaria

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