Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Sonntag in Tana, und wir erlauben uns eine klassischen Sonntagsbeschäftigung – ein Besuch im Zoo und Botanischen Garten „Tsimbazaza“. Der weitläufige, 1925 gegründete Park liegt im gleichnamigen Stadtteil, dessen Name soviel bedeutet wie „Nicht für Kinder“. Er rührt daher, dass hier früher Militär stationiert war, von dem sich das Jungvolk möglichst fernhalten sollte.

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Universales Vergnügungsparkzubehör: Zuckerwatte (Foto: Ernst Golde).

 

Heutzutage sieht das ganz anders aus. Wir durchstreifen den Park mit vielen madagassischen Familien, Eltern und Kinder fein heraus geputzt in vorzugsweise bunter Ausgehkleidung. Trotz der miserablen Wirtschafts- und Sicherheitslage lässt sich der Mittelstand von Tana offenbar einen Vergnügungsbummel nicht entgehen. Vom Park angestellte Fotografen laufen umher und knipsen, Abzüge können die Besucher direkt an einer Druckerstation im Park kaufen. Neben dem Palmengarten stehen eine Popcorn- und eine Zuckerwatte-Maschine, beide im Oldtimer-Zustand, der süßliche Geruch zieht durch den ganzen Park. Auch vorbei an nachgebauten Gräbern der Sakalava (Holz mit geschnitzten Figuren) und Stämmen aus dem Hochland (Steinquader). Am anderen Ende des Parks jauchzen Kinder in einem handbetriebenen Karussell aus aufgeschnittenen Fässern.

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Zoobesucherinnen in Tsimbazaza (Foto: Ernst Golde).

 

Die Gehege sind teils sehr klein und einfach, vergleichbar mit denen in deutschen Tiergärten vor einigen Jahzehnten. Aber es gibt auch moderne, große Anlagen, zum Beispiel für die Fischadler. Das Lemurenhaus ist auf den ersten Blick ebenfalls in relativ gutem Zustand. Zoos aus New York, Köln und Berlin und der Vogelpark Walsrode haben mit Geld und Know-How geholfen. Der Zoo Duisburg hat eine große Fossa-Anlage gestiftet. 2006 besuchte sogar der damalige Bundespräsident Horst Köhler „Tsimbazaza“ und sprach sich für eine engere Zusammenarbeit im Naturschutz aus. Der Putsch legte die Kooperation auf staatlicher Ebene weitgehend lahm. Jetzt bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt.

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