Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Zwei Tage nach meiner Ankunft in Kathmandu hatte ich meinen ersten Termin bei einer Hilfsorganisation. Der Fußmarsch ans andere Ende der Stadt hielt Unerwartetes bereit.

In Nepal gilt Linksverkehr. In der Tendenz. Allerdings sieht es in der Realität eher so aus, dass die Fläche von allen Verkehrsteilnehmern dort genutzt wird, wo sie sich gerade auftut. Weil das meist zu verstopften Straßen führt, ist es besonders in den engen Gassen rund um Durbar Square eine gute Wahl, aufs Taxi zu verzichten.

Also machte ich mich beherzt mit meinem rudimentären Stadtplan zu Fuß auf den Weg – jedenfalls dachte ich zunächst noch, der Stadtplan sei rudimentär. Wie sich aber herausstellte, fehlten die Straßennamen nicht – es gibt keine. Die genaueste Adressangabe, die es in Kathmandu gibt, ist das Viertel. Und das besteht in der Regel aus einem unübersichtlichen Gewirr aus Straßen und Gassen. Aber man hat ja Zeit…

Auf einer Brücke traf ich die erste Kuh. Eine Art wilde Herde lebt am Ufer des Flusses, zwischen Bergen von Textilien und Müll.

Wenn die Kühe doch mal ihre Wiese am Ufer verlassen und auf die Straßen gelangen, reihen sie sich wie jeder andere Verkehrsteilnehmer – nur mit noch größerer Gelassenheit – in das Chaos ein.

Da ich damit gerechnet hatte, dass die Distanzen in Kathmandu ähnlich ausufernd wie in Peking sind, war ich zwei Stunden zu früh am verabredeten Ort. Trotz langwieriger Suche nach dem richtigen Haus.

In Sanepa kann man sich aber wunderbar die Zeit damit vertreiben, die Vielfalt internationaler und nationaler Hilfsorganisationen zu bewundern. Das wäre sicher auch einmal eine Recherche wert.

Wo Ausländer, da Kaffee – während ich in einem netten Café saß und las, wurde  es plötzlich schattig.

Bis ich die Kamera draußen hatte, sah ich den Elefanten leider nur noch von hinten. Zum alltäglichen Stadtbild scheint ein Elefant auch in Kathmandu nicht zu gehören – jedenfalls waren die umstehenden Nepali beim Anblick des riesigen Tieres genauso aus dem Häuschen wie ich.

Über die Artenvielfalt inmitten der Großstadt freue ich mich jeden Tag aufs Neue:

Und ja – er hat sich gerade am Hintern gekratzt.
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