Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Blick aus dem Flugzeug: Eine riesige Berglandschaft, tiefe Schluchten, irgendwann ploppen Hochhäuser auf, kurz vor dem Landen sehe ich einen Bauer, der seinen Esel vom Feld vertreibt. „Welcome in Georgia“ steht auf großen Bannern am Flughafen von Tiflis, der Hauptstadt von Georgien. Hier wirkt alles anders, als in vielen anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion. In Georgien will man mit Vollgas zeigen, dass man bereit ist für den Westen.

 

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2008 stellten die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitgliedstaaten Georgien langfristig die Mitgliedschaft in Aussicht. Vor zwei Jahren wurde das Assozierungsabkommen mit der EU unterschrieben. Jetzt warten die Georgier darauf, dass man endlich ein vollwertiges Mitglied in den westlichen Bündnissen wird.

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In Tiflis sprechen einige Menschen über eine Sehnsucht Richtung Westen, einige fühlen sich schon total europäisch, andere sind frustriert, weil sich die prowestliche Bewegung in die Länge zieht. Die Message „Wir gehören zum Westen“ spiegelt sich vor allem im Stadtbild wieder. An öffentlichen Gebäuden hängt neben der georgischen Flagge auch immer die europäische. An einigen Häusern hängt sogar die Flagge der Nato.

 

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Neben alten Häusern und Ruinen in der Altstadt stehen nur eine Straße weiter große Glashochhäuser und moderne Bauten. Einer der modernsten Plätze ist der Europa-Platz. Das Wasser der Brunnen bewegt sich im Takt des Wiener Walzers, Touristen bewundern die Friedensbrücke, die mit ihrem Glaskonstrukt einen totalen Kontrast zum restlichen Stadtbild bildet. Was auf dem ersten Blick einen zum Staunen bringt, wirkt auf dem zweiten Blick absurd, weil viele Menschen in Georgien arm sind. Die Arbeitslosenquote liegt offiziell bei 12 Prozent. Aber Schätzungen zur Folge sei die Quote viel höher, sie liege bei bis zu 50%, heißt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

 

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Tiflis ist ein gutes Schaubild dafür, wie sich das Land verändert. Nach einigen Tagen Aufenthalt in der romantischen und chaotischen Hauptstadt bin ich bereit das Land zu erkundigen. Es geht in Städte, die noch sehr sowjetisch ticken, es geht an die Grenzen zu den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien und in die Berge.

 

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