Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Venezuela hat unglaublich grosse Oelvorkommen. Das schwarze Gold hat dem Land aber nicht nur Reichtum, sondern auch viel Armut gebracht. So paradox es klingt, dies ist ein Aspekt der hollaendischen Krankheit, auf deren Spuren ich mich die naechsten Wochen durch das Land bewegen werde.

Doch zunaechst soll es hier um den sehr viel praktischeren Fall gehen: Das schwarze Geld. Praesident Hugo Chavez hat den Bolivar Fuerte eingefuehrt, der Staerke markieren sollte, aber allein 2009 eine Inflation von 30 Prozent hingelegt hat. Also versuchen sich viele Venezolaner auslaendische Waehrungen wie Euro und Dollar zu sichern, der Schwarzmarkt blueht.

Denn der offizielle Wechselkurs (man kann auch nur im Land tauschen) ist so schlecht, dass Caracas eine der teuersten Staedte der Welt waere, wuerden sich alle Auslaender an den offiziellen Kurs halten und ihr Geld von der Bank abheben. Ein Mittagessen kostet zwischen zehn und dreissig Euro, je nachdem welchen Kurs man zugrunde legt. Ein Cheeseburger (ja, McDonald`s gibt es noch) zwischen 50  Cent und drei Euro.

Noch ist nicht alles verstaatlicht

Natuerlich ist es verboten, das Geld privat zu tauschen. Doch es passiert ueberall, unter dem Tresen von Elektrogeschaeften, auf der Rueckbank von Taxis. Sogar schon am Flughafenterminal bieten uniformierte Beamte einen besseren Wechselkurs als den offiziellen an. Man darf sich nur nicht erwischen lassen!

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