Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Drei Wochen in der Wüste und zum ersten Mal habe ich den Bären richtig knapp verpasst. Battogtokh, mein mongolischer Begleiter und erfahrener Wüstenbiologe hat frische Spuren im Uferbereich einer kleinen Oase entdeckt. Und in unseren Fotofallen finden wir Bilder des Gobi-Bären, die gerade erst entstanden sind.

Ich begleite eine Expedition der Nationalen Universität der Mongolei zur Erforschung eines der seltensten Tiere der Erde: des Gobi-Bären, die Mongolen nennen ihn Mazaalai. Die Forscher gehen davon aus, dass es nur noch zwischen 30 und 50 Exemplare gibt. Battogtokh will das genauer herausfinden und dafür spielt die Arbeit mit den Fotofallen eine ganz entscheidende Rolle. Er fährt dafür sechsmal im Jahr 1200 Kilometer von der Hauptstadt Ulaanbaatar in eine abgelegene Region der Wüste Gobi, kurz vor der chinesischen Grenze. Im Lebensraum des Bären hat er knapp 40 Wildkameras installiert, die nicht nur dabei helfen, den Gobi-Bären zu erforschen, sondern auch einen Überblick über andere Wüstentiere liefern sollen. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen: Beispielsweise tauchen vor Battogtokhs Kameras erstaunlich regelmäßig Schneeleoparden, Wildesel und Wildkamele auf. Auch der Mazaalai lässt sich immer mal wieder blicken. Diese Aufnahmen sind spektakulär, selbst der Bärenforscher Battogtokh hat das Tier in fünf Jahren Wüste erst ein einziges Mal kurz in echt gesehen. Er ist extrem scheu und jahrzehntelang eilte ihm in der Mongolei eine Art Yeti-Image voraus.

Nun möchte ich mir selber ein Bild vor Ort machen und die Expedition der Nationalen Universität der Mongolei, die vom Bayerischen Landesbund für Vogelschutz unterstützt wird, bietet mir eine einmalige Chance dazu.

Auf meiner Reise habe ich schon extreme Wetterlagen an einem Tag erlebt: Hagel, Sandsturm, Schnee, Regen, Eiseskälte und extreme Hitze.

Ich habe Kaschmirnomaden kennengelernt, die unter schwierigen Bedingungen einen der wertvollsten Rohstoffe der Welt produzieren.

Und ich habe mit tausenden kleiner Krebse in einem Oasensee gebadet.

Doch dazu später mehr. Sobald ich wieder die seltene Gelegenheit habe in einem kleinen Wüstendorf einen funktionstüchtigen Internetzugang zu finden…

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