„Very convenient“ – das scheint das Lebensmotto der Taiwaner zu sein. Es ist sehr wichtig, dass alles „very convenient“ ist. Nur dann ist es gut. Ich höre es in fast jedem Gespräch. Reisen, Einkaufen, Bezahlen, Internet, Essen, Wohnen, wenn möglich das ganze Leben – es sollte „very convenient“ sein. Es muss nicht schön oder individuell sein, sondern einfach praktisch und unkompliziert.

Eine taiwanische Sim-Karte zu bekommen ist ungefähr so einfach, wie eine Packung Kekse zu kaufen. Ok, ich muss meinen Ausweis kurz vorzeigen, aber das war’s auch schon an Überprüfung. Sechs Wochen unbegrenztes Datenvolumen und Telefonieren kosten mich knapp 30 €, die Karte wird sofort in mein Handy eingebaut, fachmännisch die Einstellungen angepasst, ich bekomme das Telefon startklar zurück. Sehr praktisch, „very convenient“.

Wartelinie in der Metro von Taipeh

Vordrängeln ist nicht drin

Der öffentliche Nahverkehr in Taipeh und ich, das ist Liebe auf den ersten Blick. Die Bahnlinien sind mit Farben gekennzeichnet, die Stationen stehen an der Brüstung. Es gibt für jede Tür einen eigenen Wartebereich, mit Linien, in denen man sich der Reihe nach anstellt. Wenn der Zug kommt, blinken rote Lichter zu klassischer Musik, Passagiere steigen aus, dann geht es geordnet in den Zug.

 

 

 

 

 

Kaum einer drängelt oder schubst, es funktioniert reibungslos. Ein Traum für einen Ordnungsliebhaber wie mich. Sogar Busfahren bekomme ich hin, obwohl alles nur auf Mandarin beschrieben ist. Wenn ich die Nummer des Busses weiß und die ungefähre Richtung, dann klappt das – „very convenient“.

 

 

Wer die EasyCard hat, braucht so gut wie kein Bargeld mehr. Nur verlieren wäre blöd. Sie ist nämlich nicht personalisiert

 

 

 

Die EasyCard ist auch so etwas, das „very convenient“ ist. Sie kann immer wieder aufgeladen werden und wird fast überall als Zahlungsmittel akzeptiert – in ganz Taiwan. Egal ob im Nah- und Fernverkehr, Restaurants, Taxis, Supermärkten, Kino. Die Karte gibt es an jeder Metro Station oder im 7-Eleven Mini-Supermarkt – wo sie auch wieder aufgeladen werden kann.

 

7-Eleven und das Pendant FamilyMart gibt es häufiger als Büdchen in Köln. Im 7-Eleven können fast alle wichtigen Dinge des Lebens erledigt werden. Bankgeschäfte, Zugtickets, Faxen, Kopieren, Handyverträge und rund um die Uhr kalte und warme Lebensmittel, Drogerieartikel, etc. einkaufen natürlich auch. Das Besondere: die Fertiggerichte, die es hier gibt, werden auf Wunsch warm gemacht und können direkt vor Ort gegessen werden – „very convenient“.

Es regnet immer wieder heftig, und wenn er einmal anfängt, hört der Regen auch so schnell nicht wieder auf. Für diesen Fall stehen Regenschirmtütenspender parat. In manchen Kaufhäusern sogar mit persönlicher Überziehhilfe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und falls dann doch mal nicht alles perfekt läuft, gibt es ein Schild mit Entschuldigung drauf.

 

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