Zugegeben, es ist mein erstes Mal in Dakar, es ist auch mein erstes Mal im Senegal und überhaupt bin ich gerade zum ersten Mal in Afrika. Ich habe mir vieles anders vorgestellt. Zum Beispiel hätte ich nicht erwartet, dass es hier so viel Verkehr gibt. Ich wohne momentan in einer WG in Dakar, die unweit einer großen Straße liegt. Um mich hier fortbewegen zu können, muss ich mit dem Bus fahren. Was total einfach klingt, ist hier für mich eine der ersten Herausforderungen gewesen, die es zu meistern galt.

Die Busse sind in Dakar ein beliebtes Fortbewegungsmittel.

Mein Plan: Mit dem Bus ins Zentrum von Dakar fahren. Am Abend vorher hatte mein Mitbewohner mir schon gezeigt, mit welchen Bussen das gut funktioniert. Dazu muss man wissen: Hier gibt es unterschiedliche Arten von Bussen. Manche ähneln den Bussen bei uns, andere wiederum sind oft etwas kleiner und wirken auf mich teils vergleichsweise klapprig. Trotzdem sind sie oft voll, einige Fahrgäste stehen auch bei offenen Türen auf den Stufen und halten sich an den Griffen fest.

Mein Mitbewohner hatte mir geraten, für den Anfang den Bus zu nehmen, der mich am ehesten an die Busse in Deutschland erinnert. Einen Fahrplan gibt’s nicht, also habe ich am Straßenrand gewartet. Irgendwann stand ich endlich im Bus. Leider wusste ich nicht genau, wo ich aussteigen sollte. Ich wusste nur, der Bus hält an mehreren Orten in der Innenstadt. Anzeigen gibt es nicht und eine systematische Liste der Haltestellen habe ich bisher auch nicht entdecken können. Ich bin dann dort ausgestiegen, wo die meisten Fahrgäste ausgestiegen sind. Direkt an einem großen Markt – der Marché Sandaga. Genau dort in die Ecke wollte ich sowieso. Perfekt.

Nach mehreren Stunden in der Innenstadt wollte ich einen Bus zurück in mein Viertel nehmen. Ich habe sogar einige Passanten gefragt, ob die Haltestelle, an der ich gewartet habe, richtig sei. Als Antwort kam mehrfach Kopfnicken und so etwas wie „ja, so kommen Sie gut an Ihr Ziel“. Dementsprechend bin ich eingestiegen. Leider war es der falsche Bus. Aber der Kassierer (es gibt immer einen Fahrer am Steuer und einen Kassierer neben der hinteren Tür) hat mir sehr nett geholfen und mich an der Endhaltestelle am Busbahnhof direkt zum richtigen Bus gebracht. Er meinte sogar, ich sei am Vormittag schon in seinem Bus mitgefahren. Ich sei doch „die Deutsche“. Daraufhin mussten wir beiden grinsen.

Gut an meiner Heimat-Haltestelle angekommen bin ich übrigens auch.

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