Der Verkehr in Dakar ist laut, die Stadt schläft nie. Das ist jedenfalls mein bisheriger Eindruck. Doch es gibt eine Ausnahme…

Am Freitagmorgen war mein Handyakku nicht aufgeladen, die Klimaanlage in meinem Zimmer ausgefallen. Kein Strom. Ich habe meinen Mitbewohner gefragt, wann er glaubt, dass der Strom wiederkommt. Er meinte nur, der werde schon gleich wiederkommen. Das passiere ständig, dauere aber immer nur kurz.

Mittags habe ich mit einer Interviewpartnerin telefoniert. Sie sagte mir, sie hätte auch keinen Strom zu Hause. Es habe einen so heftigen Brand gegeben, dass Kabel von Hochspannungsleitungen zerstört worden seien. Deswegen sei ein erheblicher Teil Dakars komplett ohne Strom.

Am Nachmittag ging der Strom bei uns immer noch nicht. Auch meine Mitbewohner waren inzwischen ein wenig genervt. Mein Mitbewohner und ich waren dann länger zusammen unterwegs. Abends wollten wir in einem Imbiss direkt am Meer etwas essen. Auch dort war alles dunkel, nur Kerzen spendeten Licht. Bis auf einmal das elektrische Licht wieder anging. Sofort jubelten einige Gäste, die Bedienungen applaudierten. So konnte der Imbiss wieder alles anbieten.

Auf dem Weg zurück nach Hause bemerkten wir, wie dunkel trotzdem noch viele Straßen waren. Als ob Dakar schlafen würde…

Auch in unserem Viertel war alles dunkel – und direkt viel ruhiger. Einerseits gespenstisch, andererseits auch mal (für den Moment) sehr angenehm. Die Leute hier aus dem Viertel gingen mit Kerzen über die Straße, ganz leise. Zum Glück hatte der Laden unten bei uns im Haus noch auf. Dort haben auch wir uns mit Kerzen eingedeckt.

Mitten in der Nacht funktionierte wieder alles, dann wieder nicht mehr. Gerade ist der Strom wieder da. Hoffentlich bleibt das so.

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