„Wie viele Silben hat das Wort Marie?“, fragt Lehrerin Aida Ndiaye ihre Schüler. Gleich mehrere melden sich, springen auf, wollen die Frage ihrer Lehrerin beantworten. In der Klasse sind 54 Schüler, die meisten fünf oder sechs Jahre alt. Die junge Lehrerin berichtet, dass es nicht immer einfach sei mit so vielen Schülerinnen und Schülern. Sie versucht, dass alle mitmachen.

Einfach ist das nicht immer, zumal die Schüler oft ohne ausreichende Lehrmaterialien in die Schule kämen. „So können die Schüler nicht ordentlich lernen“, sagt Ndiaye. In der Pause bespricht sie mit einer Mutter, welche Bücher sie ihrem Sohn unbedingt noch für die erste Klasse besorgen müsse.

Mehr als 50 Erstklässler unterrichtet Aida Ndiaye..

Schulleiter Papa Ndiaye erzählt, dass sie gerne mehr Räume hätten für ihre Schule. Aber es gebe einfach keinen Platz, ihnen fehlten die Mittel. Ihre Schule wurde vor allem dank internationaler Spender finanziert. Die Schule ist eine von dreizehn Privatschulen in Dalifort, einem Vorort von Dakar. Staatliche Schulen gibt es nur zwei – zu wenig für die vielen Schüler, die hier zur Schule gehen sollten.

Auch in der staatlichen Schule nicht weit entfernt klagt Schulleiterin Fatou Wangara über zu wenig Lehrer und zu wenig Platz. Hier gehen fast 1200 Kinder zur Schule. Lehrer gibt es nur 15. In der ersten Klasse sind es über einhundert Schülerinnen und Schüler. Die ersten 58 kommen morgens, die anderen 54 abends. Das wechselt jeden Tag. „Wir haben keine andere Wahl“, sagt Wangara.

Er hat sogar mehr als 100 Erstklässler. Der erste Teil kommt morgens, der andere Teil abends in die Schule.

Doch in Dalifort gibt es auch viele Kinder, die nicht in die Schule gehen, erzählen die beiden Schulleiter jeweils im Gespräch. Eine Mutter erzählt, dass ihr einfach die Mittel fehlten, ihre Kinder in die Schule zu schicken. „Das macht mich sehr traurig. Ich mache mir Sorgen um ihre Perspektive“, sagt sie.

Neben den Kindern, die gar nicht erst zur Schule gehen, gebe es auch immer wieder welche, die die Schule abbrechen, berichtet Schulleiterin Wangara: „Wenn man mit 100 Schülern anfängt, kann man sicher sein, dass wir viele der Schüler auf dem Weg zum Abschluss verlieren. Das ist ein großes Problem.“

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