Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Schon auf dem Weg nach Bali bekomme ich das Grauen: Im Flugzeug bekomme ich sechzehn Stunden lang Plastik auf dem Silbertablett serviert: Eine kleine Plastikflasche, ein Plastikbecher bei jeder Bestellung. Das Essen: eingeschweißt in Alufolie. Und inklusive gibt’s dazu in Plastik abgepacktes Besteck. Die Früchte zum Dessert? Mit Hartplastik abgedeckt. Auch die Decken und Kopfhörer sind in Plastik verpackt.
Gut, dass ich meine Thermosflasche im Handgepäck habe, die ich mir immer wieder auffüllen lasse. Ich bin damit allerdings die Ausnahme.

Mein Weg an dem boomenden Küstenort Canggu führt vorbei an dreckigen, vollen und lärmenden Straßen. Vor Plastik lassen sich die Augen nicht verschließen. Es ist überall. Am Straßenrand, in den vielen kleinen Warungs…selbst auf dem Roller, dem meistgenutztem Verkehrsmittel, transportieren die Menschen Plastik – seien es Plastikflaschen, Plastikcontainer oder eingeschweißte Waren.

Müllablage hinterm Tempel

Plastikverbot auf Bali

Die Regierung in Denpasar hat ab Januar 2019 ein generelles Plastiktütenverbot ausgesprochen. Das ist leider längst nicht bei den Menschen angekommen. Kontrollen für den Gebrauch gibt es noch keine.

Aber wie auch. Wenn selbst Fluggesellschaften, die Millionen von Passagieren befördern, und viele westliche, „reiche“ Länder immer noch kein Bewusstsein für das weltweite Plastik-Problem haben – wie soll die kleine balinesische Bevölkerung ein Bewusstsein dafür haben? Ohne ein existierendes Recycling-System. Der Bevölkerung kann man keinen Vorwurf machen, vielmehr der Regierung. Nicht nur der in Indonesien, sondern weltweit allen, die Plastik weiter erlauben. Letztendlich trägt jeder von uns zu diesem Problem bei, denn wir alle verwenden Plastik. Jeden Tag.

Ich begebe mich jetzt auf die Suche nach Lösungen…

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