Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Die Metropole erwacht mit Tagesanbruch. Wenn sich die Sonne über dem indischen Ozean erhebt, schließen die Händler ihre Läden auf, die Menschen fahren zur Arbeit und das Gedränge auf den Straßen von Daressalam beginnt. Während die Querstraßen der Stadt eher holprig und staubig sind, wurden die Hauptstraßen durch die Stadt breit und gut ausgebaut. Taxis, Daladalas (Mini-Busse) und Autos schieben sich über den Asphalt. Dazu kommen Motorräder und Bajajis (Tuk-Tuks), die versuchen, sich durch den Verkehr zu schlängeln. Nur die blauen Schnellbusse können den Stau auch zu den Stoßzeiten fast mühelos passieren. Die sind dafür meist so voll, dass an jeder Haltestelle ein panisches Gedränge entsteht. 

Über den Tag wirkt es, als würden alle der fast fünf Millionen Bewohner Daressalams den Tag draußen verbringen. Da sind zum einen die Verkäufer. Menschen, die einen Stand oder Laden haben. Die meisten verkaufen Essen: Nüsse, Obst und Gemüse oder Fleisch vom Grill. Eine Spezialität ist Chipsi mayai, eine Art Omelett mit Pommes, das man mit der Hand isst und in Soße tunkt. Zudem sind da die Fahrer: Sie winken von ihren Motorrädern, Motorhauben der Taxis oder dem Sitz des Bajajis. In großen Gruppen stehen sie an jeder zweiten Ecke und versuchen vor allem die sehr wenigen Touristen von einer Fahrt mit ihnen zu überzeugen. Die dritte Gruppe sind die Handwerker. Sie schrauben an Autos und Maschinen herum, schweißen, klopfen, sägen. Ein Großteil der Menschen im Trubel von Daressalam jedoch sitzt einfach nur da. Einige unterhalten sich mit Ladenbetreibern, andere schlafen, tippen auf dem Handy oder lesen Zeitung. Oder sie quatschen einfach. Zu dieser Gruppe gehören auch viele junge Leute. Junge Tansanier, die die Schule abgeschlossen haben und auf der Suche nach Jobs sind, von denen es hier nur so wenige gibt.

Genau diese Menschen jedoch müssen die Zukunft des Landes tragen. Fast zwei Drittel der Bevölkerung ist jünger als 24, das Durchschnittsalter liegt bei knapp 18 Jahren. Zum Vergleich: Ein Deutscher ist im Schnitt mehr als 44 Jahre alt. Die jungen Menschen sind also wichtig für Tansania. Auf Ihnen soll deshalb der Fokus der kommenden Recherchewochen liegen. Auch außerhalb des Trubels von Daressalam.

Archive