Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

„Ich muss irgendwo den Bus wechseln, denn ich will nach Kokomlemle. Wo muss ich umsteigen?“ Diese Frage löste im Tro-tro, dem örtlichen Kleinbus, eine Diskussion aus, an der sich alle Fahrgäste inklusive des Fahrers0 beteiligten. Am Ende hatte ich fünf neue Freunde, sprich fünf neue Handynummern und Facebookfreunde, eine Einladung zu einem Fussballspiel, und ja: Den richtigen Weg nach Kokomlemle.

Independence Arch

Ich bin Roland. Roland Jodin. Ich habe Bock, Afrika kennenzulernen. Und ich will herausfinden, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf diesen Kontinent hat. Deswegen bin ich jetzt mit dem Heinz-Kühn-Stipendium in Ghana.

Ich bin zum ersten Mal in Afrika. Zwar habe ich bereits Ägypten und Südafrika bereist, habe in Kapstadt und Johannesburg schon zu Start-Ups in Slums, der Township-economy, recherchiert. Doch was mir hier unermüdlich eingetrichtert wird: Diese Länder sind nicht Afrika. Also …. Akwaaba – welcome to Ghana. Welcome to Afrika.

Aufgeschnappt und Notiert

Mein Name ist Kofi, denn ich bin an einem Freitag geboren. Dienstags arbeiten die Fischer nicht. Bananen isst man hier mit Nüssen – and it is delicous. Homosexualität ist ein Tabu, und wird sozial geächtet. Rauchen ist verpönt, weswegen sich Raucher*innen häufig hinter Häuserecken verstecken. Und an der Klimaanlage zeigt sich, ob du Ausländer bist. Amerikaner und Europäer stellen die Klimaanlagen gern sehr kalt ein. Auf 17 Grad oft. Was einen maximalen und gesundheitsschädigenden Kontrast zu 33 Grad Außentemperatur und knapp 90 Prozent darstellt. Menschen in Accra, Ghanas Hauptstadt, kühlen die Luft auf höchstens 24 Grad.

Makola Market

Chancen für die Jugend

Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln. Auf ungefähr 2,5 Milliarden. Und es wird eine junge Bevölkerung sein. In Ghana liegt das Durchschnittsalter aktuell bei 21 Jahren. Was die ghanaische Jugend ausmacht? Sie ist online, verfügt über Handys und ist mobil. Was der Jugend fehlt? Perspektiven. Auch in einem vergleichsweise gut entwickelten Land wie Ghana fehlen Ausbildungsmöglichkeiten und Jobs.

Hilft also die Digitalisierung, um Zukunftsperspektiven für die Jugend zu eröffnen? Wo tragen digitale Konzepte zu einer Verbesserung der Lebensumstände bei? Wo schaffen neue Technologien auch neue Probleme? Und wird in Ghana genauso viel über Datensicherheit diskutiert, wie in Deutschland? Die kommenden Wochen suche ich nach Antworten.

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