Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Die großzügige Empfangshalle des Flughafens Hosea Kutako ist voll – voll von Deutschen. Und ich mitten drin. Schon im Flugzeug dachte ich im ersten Moment: Fliegt die Maschine etwa nach Teneriffa? Aber der entscheidende Beweis, dass die Reise dann doch nach Afrika ging, war der khakifarbene Safari-Look der Mit­reisenden. Nun warten alle vor den Schaltern der Passkontrolle. Plötzlich mischen sich unter bayerische und schwäbische Gesprächsfetzen fremde Laute. Ist das etwa Khoikhoi oder Herero oder Oshivambo, die Sprache der größten Volksgruppe Namibias, der Ovambo? Ich höre genauer hin und werde enttäuscht: Ein paar Meter hinter mir steht eine Reisegruppe aus Russland, daneben eine Familie aus Asien. Eine Stunde muss ich warten, bis ich endlich an den Schalter vortreten und das erste Gespräch mit einem Namibier führen darf: Die Grenzpolizistin lächelt mich an und fragt: „How are you?“ – Keine weiteren Fragen. Der namibische Taxifahrer, der mich zu meiner Unterkunft bringt, will das auch wissen und schüttelt mir zur Begrüßung die Hand. Was für ein Empfang. Dann fängt es an zu regnen. Ein Wolkenbruch. Regen­zeit in Namibia.

Das Zentrum von Windhoek liegt in einem Talkessel.

Vom Flughafen Hosea Kutako, benannt nach einem berühmten Herero-Häuptling, geht es mit dem Sammeltaxi nach Windhoek. Die Hauptstadt Namibias liegt etwa 45 Kilometer entfernt in einem Talkessel auf über 1.600 Metern. Kein Platz für einen großen Flughafen. Die Straße führt durch eine Dornbuschsavanne. Alles ist erstaun­lich grün für ein Wüsten-Land. Der Fahrer erzählt, dass es seit Dezember fast jeden Tag geregnet hätte, solch eine Regenzeit habe es schon lange nicht mehr gegeben. Plötzlich bremst er ab und zeigt nach rechts: „Look, there are giraffes.“

Blick auf die Auasberge

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