Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Wann kommt die Flut? Oder besser: Kommt sie überhaupt? War’s das jetzt schon? So richtig scheint das in Bangkok grad keiner zu wissen. Nicht die thailändische Regierung und wohl nicht mal der Wettergott. Den Bewohnern am Stadtrand reicht’s jedenfalls.

Auch meine Füße sind in den Bangkoker Wassermassen schon nass geworden – allerdings vor allem aus Neugier. In der Nähe der Backpackerstraße, der Khao Sarn Road, ist der Chao Phraya über die Ufer getreten. Für ein paar Kinder ist das ein riesiger Wasserspielplatz: Zwei Thai-Jungs etwa hangeln sich zwischen Booten und Stegen an Seilen entlang, ringen miteinander, lassen sich im Wasser treiben. Ihre Familie hat es sich – gemeinsam mit anderen – unter der nahegelegenen Brücke eingerichtet. Notgedrungen, denn ihr Zuhause am Rande von Bangkok ist überschwemmt.

Viele, die sonst nur zum Reis braten oder TukTuk fahren ins Zentrum kommen, leben jetzt auch hier. Schlafen direkt neben ihren mobilen Verkaufsständen, im Park um die Ecke – oder eben unter der Brücke.

Gegen Wasser und Staatsgewalt

Diejenigen, die in ihren überschwemmten Häusern in Rand-Bangkok geblieben sind, versuchen, sich selbst zu helfen. Stellen sich gegen Polizei und Militär. Die Schleusen sollen geöffnet werden, damit das Wasser schneller abfließt! Dafür legen sie notfalls auch selbst Hand an und buddeln Gräben, öffnen Schleusentore, schreibt die Bangkok Post.

Und während die Aktuell-Kollegen hier in der Stadt gerade Beitrag um Beitrag fertig stellen, hat die Flut einige meiner Ansprechpartner aus der Stadt getrieben. Ihre Büros sind geschlossen – Fluturlaub. Andere sind gerade wieder gekommen – haben aber keine Zeit. Dafür andere Sorgen.

Wie lange noch? Wer weiß das schon.

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