Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Ist denn schon wieder Weihnachten? Wäre nicht der Baum in der Lobby meines Quartiers und die Christmas-Dekoration in den großen Supermärkten hätte ich davon gar nicht viel mitbekommen. Der Oman ist schließlich ein islamisches Land. Doch auch die Abreise meines Filmteams hat mich an das Datum erinnert. Schließlich wollte Jutta, die Kamerafrau unbedingt Heiligabend bei ihrer Familie verbringen. Verständlich. Doch zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als müsste das Dreiergespann länger als vorhergesehen bleiben.

Aber der Reihe nach: 2012 feiert die Heinz-Kühn-Stiftung ihren 30. Geburtstag, der Grund für einen Beitrag von Deutsche Welle TV. Doch nicht die Stiftung ans sich, sondern die Stipendiaten sollten einen großen Teil der Dokumentation ausmachen. Dieter Roser, den Autor, durfte ich schon auf einem unserer Stipendiatentreffen kennenlernen. Da die Dreharbeiten bis Ende Dezember 2011 abgeschlossen sein sollten, wurde ich zu einer der Protagonisten 🙂

Die ersten Minuten wurden noch im November vor meiner Abreise in Deutschland gedreht. Weitere sollten im Oman folgen. Gut, dass ich bereits eine Woche vorher anreiste, so konnte ich schon diverse meiner Gesprächspartner kontaktieren und ggf. auf den Besuch eines Fernsehteams vorbereiten. Doch die beste Planung im Vorfeld nützt nichts, wenn falsche Informationen das Drehen unmöglich machen. Das angeblich nicht mehr benötigte Permit des omanischen Informationsministeriums wurde im Flughafen dann doch verlangt. Alles diskutieren mit Hilfe von Ibrahim Al Balushi, unserem omanischen Produktionsleiter, half nichts. Die Kamera blieb im Zoll.

Beim Besuch im Ministerium am nächsten Morgen waren wir noch optimistisch, wurde uns doch zugesichert, dass alle Personen, die unterschreiben müssten, anwesend wären und die Ausstellung des Permits quasi nur eine Formsache wäre. Montag abends hatten wir die Kamera aber immer noch nicht, die Stimmung beim Team der Dt. Welle schwankte zwischen Frustration, Wut, Unverständnis, Resignation und panischem Aktionismus. Verständlich, wenn man drei Tage am Arbeiten gehindert wird und jeder dieser Tage mit Kosten verbunden ist. Über diverse Telefonate und Kontakte konnten wir aber schließlich einen Kameraverleih in Muscat ausfindig machen, die ein adäquates Modell hatten. Und oh Wunder, als wir dies Dienstag morgen abholten, bekamen wir zeitgleich auch die Erlaubnis vom Ministerium, unsere Kamera aus dem Zoll abzuholen. Endlich!

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