Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

In den nächsten Tagen besuchen wir mit Erik eine Reihe der Projekte von SAVA Conservation zwischen den Städten Sambava und Andapa. In Sambava unterhält das Duke Lemur Center ein Büro mit Material- und Seminarraum, dort findet in diesen Tagen ein GPS-Kurs zur Vermessung von Waldgebieten statt, an dem auch ein Vertreter von Mitsinjo aus Andasibe teilnimmt. Im Dorf Beloka gibt es eine von mehreren Baumschulen. Und außerdem in diesen Tagen ein Programm zum Thema Familienplanung. In wechselnden Dörfern der Region werden Radiodurchsagen geschaltet. Am betreffenden Tag kommt ein Team aus Hebammen und Krankenschwestern in das jeweilige Dorf, informiert, hört zu und bietet interessierten Frauen Hormonimplantate an: Verhütungsstäbchen, die unter die Haut des Oberarms gesetzt werden und bis zu drei Jahre wirken.

 

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Zwei Frauen aus Beloka, die gekommen sind, um sich über die Hormonimplantate zu informieren (Foto: Ernst Golde).

Ein weiterer Schwerpunkt von SAVA Conservation ist die nachhaltige Ausbildung von Lehrern in der Region. Geld dafür stammt von der GIZ und der Symrise AG, einem Unternehmen für Duft- und Geschmacksstoffe mit Sitz in Holzminden. In Madagaskar investiert Symrise in die nachhaltige Produktion von Vanille. Am 13. Oktober wird ein Extraktionsbetrieb für Vanille eröffnet (dazu reist auch der Botschafter Harald Gehrig an), um alle Verarbeitungsschritte in Madagaskar durchführen zu können. Im Interview zählt Mimie Ravaroson aus der Kommunikationsabteilung weitere Maßnahmen des Unternehmens auf: Versicherungen für die Vanillebauern, feste Abnahmepreise, Umweltauflagen.

Dritter Schwerpunkt von Eriks Arbeit ist die nachhaltige Fischzucht in kleinen Teichen durch Dorfgemeinschaften. Gezüchtet wird eine endemische Art, Paratilapia polleni, fony auf Madagassisch. 25 Prozent jeder „Ernte“ werden wiederum in lokalen Flüssen ausgesetzt, um die natürliche Population zu stärken. Die Teiche können außerdem zur Entenzucht genutzt werden.

 

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Désiré Rabary (links) in der Baumschule seines privaten Schutzgebiets Antanetiambo (Foto: Ernst Golde).

Darüber hinaus gibt es Aufforstungsprojekte, Versuche mit neuen Brennstoffen für Kochöfen und drei kleine Büchereien mit Romanen, Naturführern und Fremdsprachenliteratur in Andapa, Matsobe und Manantenina. Und ein ganz besonderes, durch SAVA Conservation unterstütztes Schutzgebiet: Antanetiambo, eine Waldinsel im Meer der Reisfelder der Andapa Tiefebene, gut 15 Hektar groß, nach und nach zusammengekauft von Désiré Rabary, einem lokalen Guide. Rabary hat inzwischen einen Preis für sein Engagement gewonnen und eine Reise in die USA unternommen. Er beschäftigt einen Wächter in seinem Reservat und einen Freund, der die dort lebende Gruppe Bambuslemuren beobachtet. Und es gibt eine kleine Gärtnerei, in der Bäume herangezogen werden, die später im Schutzgebiet angepflanzt werden. Ein kleines, großes Projekt.

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