Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Ikonen

Che-Fanatiker Eladio González in seinem Privat-Museum

Ich bin jetzt seit gut zwei Wochen in Buenos Aires, aber jedes Mal, wenn ich denke, das Land ansatzweise verstanden zu haben, schlägt die Realität wieder zu. Auf den ersten Blick ähnelt die Stadt vielen südeuropäischen, vor allem spanischen Städten. So habe ich zum Beispiel innerhalb von wenigen Tagen problemlos eine Wohnung im prenzlauerbergesken Viertel Palermo Soho zur Untermiete gefunden, mein Vermieter ist wie die meisten Leute hier freundlich und hilfsbereit. Entgegen vieler Warnungen habe ich bisher noch kein Falschgeld zurückbekommen, beim Wechselgeld runden die meisten Verkäufer sogar zu meinen Gunsten, statt mich übers Ohr zu hauen. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Taxen kann man praktisch nur nehmen, wenn man das Fahrtgeld genau passend in der Tasche hat. Wenn nicht, dann tun Sie entweder so, als hätten Sie kein Wechselgeld, gerade wenn sie hören, dass man Ausländer ist. Oder sie tauschen den Schein gegen Falschgeld aus und empören sich dann, die Note wäre nicht echt und wollen eine neue. Eine Deutsche, die ich hier bei einem Tandem-Sprachtreffen zwischen Argentiniern und Deutschen getroffen habe, hat mir erzählt, dass der Taxifahrer beim Anblick eines großen Scheins sein Messer gezogen und gefragt hat, was sie sonst noch dabei hätte.

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