Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Laos Vientiane Buddhismus

Das Einsteigerset für den Tempelbesuch umfasst 12 dünne lange Kerzen in gelb oder weiß, Räucherstäbchen, meist schon im Bündel und Blumen oder Blumengestecke – alles schön auf einem Tablett angerichtet. Alles ohne Festpreis sondern auf Spendenbasis an den Ständen am Eingang zum Vat zu bekommen. Fortgeschrittene bringen Bananen oder Kokosnüsse.

Aber so weit bin ich noch nicht, als ich mich in die Warteschlange einreihe, zwischen Frauen aus allen Gesellschaftsschichten: Dünne, dicke, junge, alte, überschminkte und runzelige, im traditionellen Sin auf hohen Hacken oder im ausgeleierten T-Shirt, in Schuluniformen. Und vor allem schwangere. Sie alle stehen vor dem Vat Simuang Schlange, um zu beten.

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24 Kilometer südöstlich von Vientiane am Mekong liegt die wohl schrägste Sehenswürdigkeit des Landes: Xieng Khouan – der Buddha Park. Der Ausflug dorthin ist eine Tagesreise mit Erlebnis-Charakter. Knapp eine Stunde dauert die holprige Fahrt in einem überfüllten Kleinbus vom Busbahnhof aus. Die Anschlagstafeln sind so verblichen, dass sie ohnehin keiner mehr lesen kann. Dafür fahren die Busse so lange es hell ist sehr zuverlässig im 20 Minuten-Takt.

Und trotz der engen Taktung sind die Gefährte immer voll. Regulär gibt es in solch einem Bus 20 Sitzplätze plus Fahrer. Machbar sind aber auch drei statt zwei Personen pro Sitzreihe. Vorausgesetzt man hat keine europäischen Hüften und lange Beine…. Außerdem locker 10 Stehplätze und Stauraum für alles Mögliche inklusive noch lebender Tiere. Berührungsängste sind ohnehin was für Farang, Ausländer, da darf man nicht zimperlich sein.

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30 Ausländer umrunden im Zeitlupentempo im Storchengang einen Tempel in Vientiane. Eigentlich braucht man sich nicht wundern, wenn die Laoten die Farang komisch beäugen, sie hin und wieder fotografieren, ihre Haare anfassen wollen und oft lachend den Kopf schütteln. Wahrscheinlich halten sie uns alle für Aliens – vom anderen Ende des Universums. Dabei ist das, was die Aliens da tun Völkerverständigung par excellence! Eine Vipassana-Meditation aus dem buddhistischen Kulturkreis und kein alter Opferritus.

Einmal in der Woche lädt das Kloster Sokpaluang zur Vipassana-Mediation. Eineinhalb Stunden mit anschließender Fragerunde. Vipassana ist eine der ältesten Meditationstechniken bedeutet so viel wie „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“. Ursprünglich kommt das ganze aus Indien und dient als universelles Heilmittel gegen universelle Krankheiten. Der Leiter des Klosters schwört darauf und für seine Mitmönche ist die tägliche Meditation deshalb Pflicht. Wenn die Zeit reif ist, schlägt ein Mönch den Gong. Oder in diesem Fall besser eine alte Flugabwehrrakete. Kreatives Ressourcen-Management.

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