Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Die Frage, ob es in China überhaupt „Nicht-Regierungs-Organisationen“ gibt, ist umstritten. Denn wirklich unabhängig von der Regierung ist keine der Organisationen. Im Chinesischen heißt NGO „minjian zuzhi“, was sich etwa mit „in der Bevölkerung verwurzelte Organisation“ übersetzen lässt – und das Wesen wahrscheinlich besser trifft.

Wer in China eine „minjian zuzhi“ oder NGO gründen will, muss sich registrieren lassen. Dafür braucht er eine staatliche Institution als Anbindung. Die ist verantwortlich für die Arbeit der NGO – auch dann, wenn mal etwas „schiefläuft“. Dementsprechend schwierig ist es, eine Institution zu finden, die sich darauf einlassen will.

Wer offen gegen den Staat agiert, bekommt selbstverständlich keine Lizenz. Wegen des komplizierten Verfahrens registrieren sich viele NGOs überhaupt nicht, oder sie lassen sich als Unternehmen eintragen. Von den „korrekt“ registrierten Organisationen sieht sich – wie eine Umfrage des „China Development Brief“ gezeigt hat – die Mehrzahl nicht als Gegenpol zum Staat: Die meisten wollen mit ihrer Arbeit die Regierung unterstützen oder ergänzen.

Archive