Friederike Schulz – Indien

Die Strahlen der Nachmittagssonne wärmen die Rasenfläche auf Delhis zentralem Platz, dem Connaught Place. Liebespaare sitzen auf der Wiese, Familien machen Picknick. Ein Ausflug zum Connaught Place ist eine typische Sonntagsbeschäftigung der Einwohner von Indiens Hauptstadt – einem der wenigen… Weiterlesen

Der schrille Pfiff lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Mit Trillerpfeife im Mund und einer herrischen Handbewegung weist der uniformierte Aufpasser die wartenden Fahrgäste an der Haltestelle Rajiv Chowk im Stadtzentrum zurecht. Den Blick gesenkt, stellen sich die Männer umgehend in mehreren Reihen entlang der Markierungen auf dem Bahnsteig an. Ordentlich Schlange stehen hat im indischen Nahverkehr nicht unbedingt Tradition. Üblicherweise muss man schubsen und drängeln, wenn man mit dem Zug oder Bus fahren will. Doch in der U-Bahn von Delhi ist das anders. Auf jedem Bahnsteig sorgen Sicherheitskräfte in schwarzer Uniform für Ordnung. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten ist dies auch nötig. Obwohl die U-Bahn im Zwei-Minuten-Takt fährt, drängen sich die Fahrgäste auf den Bahnsteigen.

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Die grüne Pest hat einen klangvollen Namen: Wasserhyazinthen. Tatsächlich lässt die Landschaft an eine Idylle denken: Sanfte Dünen begrenzen das Ufer des Yamuna, des heiligen Flusses in Delhi. Der ist mehr als dreimal so breit wie der Rhein und fließt mitten durch die Stadt. Doch vom Wasser ist kaum noch etwas zu sehen – es ist überwachsen mit Wasserhyazinthen – kleinen, fleischigen, harmlos aussehenden grünen Wasserpflanzen.

Wasser-Hyazinthen - Zeichen für überdüngte Gewässer

Der heilige Fluss ist klinisch tot

Doch dieses Gewächs mit dem schönen Namen ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass mit der Wasserqualität etwas nicht stimmt. Denn Wasserhyazinthen lieben überdüngten Nährboden – mit Fäkalien überdüngten Nährboden. Weiterlesen

Acht Jahre sind vergangen, nun hat es mich mit der Heinz-Kühn-Stiftung wieder in Indiens Hauptstadt verschlagen. In diesen unglaublich faszinierenden, lauten, grellen, dreckigen, stinkenden 14-Millionen-Moloch. Damals, im Februar 2003, war ich auch auf Recherchereise unterwegs. Das war kurz nach meinem Studium und kurz vor meinem Volontariat beim Deutschlandfunk – ich war 25 und hatte ein halbes Jahr freie Zeit, in der ich nur ein wenig Geld verdienen musste. Es war das große Abenteuer vor dem endgültigen Einstieg ins Berufsleben. Inzwischen sind acht Jahre vergangen, ich bin ich 33 und frage mich, warum ich solange gebraucht habe, mal wieder nach Indien zu reisen. Vermutlich war vor allem meine eigene Bequemlichkeit daran Schuld…

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