Mittlerweile bin ich drei Wochen in Vietnam. In dieser Zeit sind mir während der Recherche immer wieder kulturelle Eigenheiten aufgefallen, die ich sehr interessant fand. Hier ein kleiner Einblick.

Je weißer die Haut, desto schöner

Die Vietnamesen lieben helle Haut. Ich vermute, dass ich auch deshalb manchmal angesprochen werde, ob ich ein Selfie mit Vietnamesen machen möchte. Bereits drei Mal haben mir Vietnamesen gesagt, dass andere mich oft als Barbiepuppe sehen. Ich fand das interessant, denn mit meinen eher rötlichen Haaren entspreche ich eigentlich nicht dem westlichen Ideal einer Barbie.

Mit allen Mitteln versuchen Vietnamesen zu verhindern, dass die Sonne ihre Haut bräunt. Es gibt zum Beispiel spezielle Zehenstrümpfe – auch in Hautfarbe – , die sie in ihren Flipflops tragen. Außerdem ziehen sie einen Mundschutz an, nicht nur um sich vor der Luftverschmutzung zu schützen, sondern auch vor der Sonne. Als ich mit einer jungen Vietnamesin auf dem Land unterwegs war und sie den Mundschutz trug. Ich fragte: „Warum trägst du den Mundschutz, die Luft hier in den Reisfeldern ist doch gar nicht so schlecht.“ Sie antwortete, dass sie den Schutz wegen der Sonne trage.

Bei der Recherche im Mekongdelta mit Crystal aus Vietnam, die mir bei der Übersetzung geholfen hat.

Vor allem die Vietnamesinnen versuchen ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Einer meiner Guides erklärte, man erkenne unverheiratete Vietnamesinnen daran, dass sie besonders vermummt seien.

Warteschlangen kennen die Vietnamesen nicht

Eine Eigenheit begegnete mir direkt am ersten Tag, aber ich bemerkte sie damals nicht: Die Vietnamesen kennen keine Warteschlangen. Vergeblich wartete ich am ersten Tag am Schalter der Busfirma, um ein Ticket zu kaufen. Immer wieder kamen andere Vietnamesen und wurden bedient. Ich wartete höflich, bis eine Vietnamesin, die gut Englisch sprach, auf die Situation aufmerksam wurde und dafür sorgte, dass ich bedient wurde.

Ein paar Tage später wartete ich am Bankautomat. Als die Dame vor mir fertig war, kam der Vietnamese neben mir und ging direkt zum Automat, obwohl ich länger gewartet hatte. Noch einige andere Beispiele könnte ich jetzt nennen. Eine Vietnamesin erklärte mir ein paar Tage später, dass es nicht böse gemeint sei. Doch die Vietnamesen seien es einfach nicht gewöhnt, eine Schlange zu bilden. „Sie sehen nur das Ziel und suchen den schnellsten Weg“, sagte sie. „Wenn jemand wartet, sehen sie den oft gar nicht“, sagte sie.

Bitte Schuhe ausziehen

Musstest du schon mal die Schuhe ausziehen vor dem Einkaufen? In Vietnam ist das normal. Wer in einem Klamottenladen stöbern will, muss die Sandalen, Sneakers oder Stiefel ausziehen, bevor er ihn betritt. Ich frage mich ob, das einer der Gründe ist, warum viele Flipflops oder Schlappen tragen, die man einfach ausziehen kann. Ich mit meinen Turnschuhen habe es da schwerer. Schleife aufmachen, Schleife zumachen – Da überlege ich zweimal, ob ich mich wirklich in einem Geschäft umsehe. Gleiches gilt übrigens auch für Wohnungen, Hostelzimmer und Langstreckenbusse. Wer eintreten will, muss zuerst die Straßenschuhe ausziehen.

Vor einem Kleidungsgeschäft in Can Tho.

Insgesamt fällt mir auf, dass viel geputzt wird. In den meisten Häusern, Geschäften und Restaurants wird viel Wert darauf gelegt, dass der Boden sauber ist.

Immer pünktlich

Es gibt auch eine Gemeinsamkeit der Deutschen und Vietnamesen: die Pünktlichkeit. Züge, Busse, Touren starten immer nach Zeitplan. Jede Verabredung, die ich machte wurde eingehalten.

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