Stipendiaten der Heinz-Kühn-Stiftung bloggen ihre Recherchen und Erlebnisse.

Afrika

Wer Abuja sieht, könnte meinen, in diesem Land ist alles in bester Ordnung. Modern geplant, breite Straßen mit organisiertem Verkehr, riesige Grünanlagen. Nelson Mandela soll beim Besuch der nigerianischen Hauptstadt erstaunt gesagt haben, dass Afrikaner nicht mehr nach Europa reisen… Weiterlesen

Wer Ruanda besucht, kommt am Völkermord nicht vorbei. Der Genozid von 1994 ist DAS Ereignis, das die Welt stets sofort in Verbindung mit dem Land bringt. Wo soll man anfangen, die Geschichte zu erzählen?

Eines der Massengräber der Gedenkstätte, in denen 250.000 Menschen liegen.

Am Besten auf dem dramatischen Höhepunkt der schrecklichen Ereignisse: Im Frühsommer 1994 tat sich in Ruanda das Tor zur Hölle auf. Die Menschen wurden zu Barbaren und haben sich gegenseitig – es gibt kein anderes Wort dafür – abgeschlachtet. In nur drei Monaten starben in einem Blutbad 800.000 bis 1.000.000 Millionen Menschen. Wie es zu so einem Exzess kommen konnte, ist für den Außenstehenden nur schwer nachzuvollziehen. Zu begreifen ist es eigentlich gar nicht.

Damit der Völkermord nicht in Vergessenheit gerät, gibt es in der Hauptstadt Kigali eine zentrale Gedenkstätte mit Museum. Die Geschichte, die dort erzählt wird, beginnt vor ein paar hundert Jahren, als ein Stamm aus dem Norden nach Ruanda einwandert. Die Tutsi sind Viehzüchter. Sie kommen in das Gebiet der Hutu, die Bauern sind. Die beiden Volksstämme vermischen sich, entwickeln eine gemeinsame Sprache und kommen jahrhundertelang gut miteinander aus. Anfangs sind die Tutsi – weil Viehzüchter – im Allgemeinen etwas wohlhabender und viele Hutu als Bauern arbeiten für sie. Es bildet sich eine klassische archaische Gesellschaftsform mit einer herrschenden und einer dienenden Schicht, wie es sie in der Geschichte hunderte Male gegeben hat.

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